Zugeparkter Schüttenwall

Autoschwemme auf den Seitenstreifen © Adalbert Pollerberg

Testidee für den Schüttenwall

Während man im Synthesebericht des Weltklimarates dringende Maßnahmen zur CO2-Einsparung in allen Bereich anmahnt, stößt in Haltern schon die Testidee des Seniorenbeirats auf Widerstand, für eine Woche Radstreifen auf dem Schüttenwall einzurichten.

Nach zwei Jahren Planung wurde zwar das Verkehrskonzept für die Halterner Innenstadt, das unter anderem den Radverkehr stärken soll, (gegen die Stimmen der CDU-Fraktion) beschlossen, der Schüttenwall wurde dabei aber ausgespart. Man konnte sich nicht auf eine der beiden vorgeschlagenen Varianten einigen, weil sie zu viel Geld und Zeit (Variante B) oder zu viele Stellplätze (Variante A) kosten. Gerade der Schüttenwall ist aber für Radfahrende besonders gefährlich und als Verbidnung von Bahnhof, Ikenkamp/Bossendorf und Stausee Richtung Raiffeisenplatz/Münsterstraße unverzichtbar.

Nun schlägt der Seniorenbeirat vor, in der Europäischen Mobilitätswoche von 16. bis 22.09. eine Testphase durchzuführen, in der die bestehenden Seitenstriefen für den Radverkehr reserviert werden. Diese Woche könnte wertvolle Erfahrungswerte liefern, meint Rüdiger Haake aus dem Seniorenbeirat.

Der ADFC Haltern am See und die Initiatvie Haltern-fahrradfreundlich machen einen weiteren Kompromissvorschlag, den sie auch der Verwaltung vorgelegt haben. Die Idee ist den nordöstlichen Fußweg (zwischen Berthold's und Raiffeisenplatz) so zu erweitern, dass auch ein Fahrradweg integriert werden kann. So könnte dort der Seitestreifen weiter als Stellplatzfläche genutzt werden.

Doch der Widerstand gegen jede Art von Stellplatzverzicht zugunsten sicheren Radverkehrs ist in Haltern groß. Dass die Stadt immer mehr durch den Autoverkehr belastet wird, dringend auch im Verkehrsbereich CO2-Emissionen eigespart werden müssen, spielt kaum eine Rolle. Im Gegenteil: Laut Ordnungsamt muss die Stadt Haltern jedes Jahr 450 zusätzliche Privatfahrzeuge in ihren Straßen, Vorgärten, Parkplätzen ertragen. Die Automobilität (und das Abstellen der Fahrzeuge) wird wie ein unantastbares Naturrecht behandelt - trotz Naturzerstörung, krankmachendem Lärm und Staub, des enormen Platzbedarfs und der Aufheizung von Welt- und Stadtklima. Doch mangelnde Flexibilität von heute wird morgen erzwungen. Und unsere Bequemlichkeit dürfen unsere Kinder ausbaden.

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