SPD Hochlar fordert Barrieren, um Radfahrer zum Absteigen zu zwingen!

 

Der ADFC fordert: Verkehrssituation an der Akkoallee für Radfahrende verbessern – nicht verschlechtern!

Stellungnahme zur Forderung der SPD Hochlar vom 03.11.2021

 

Akkoalle - Rottsraße
Akkoalle - Rottsraße © Google Earth

Wieder hat es einen Unfall an der Akkoallee gegeben; an der Kreuzung Rottstraße wurde ein elfjähriger Junge angefahren. Er wurde schwer verletzt, ist aber glücklicherweise auf dem Weg der Besserung.

Grundsätzlich begrüßt der ADFC jede Initiative, das Radfahren sicherer zu machen. Dazu gibt es entlang der Akkoallee und an der Kreuzung mit der Rottstraße zahlreiche geeignete Maßnahmen, die immer wieder auch schon eingefordert wurden, deren Umsetzung bisher entweder noch nicht stattgefunden hat, bzw. abgelehnt wurden.

Zum konkreten Unfall bleibt festzuhalten, dass der Junge – von der Bockholter Straße kommend - auf der linken Seite fuhr und bei Überquerung der Akkoallee hätte absteigen müssen. Die Tatsache, dass Erwachsene das auch nicht tun – wie die SPD betont - wirft eher ein schlechtes Licht auf die Erwachsenen, die ihrer Vorbildfunktion nicht genügen, kann aber keine Rechtfertigung für verkehrswidriges Verhalten sein.

Für Radfahrende parallel zur Akkoallee verläuft auf beiden Seiten ein gemeinsamer Fuß- und Radweg, es gibt dort keine Zebrastreifen. Sobald die Ampel für den gemeinsamen Fuß- und Radweg grün zeigt, dürfen Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger die Straße überqueren und abbiegende Autofahrende müssen anhalten und warten. Nicht die Radfahrenden müssen anhalten, sondern die Autofahrenden.

Der Vorschlag der SPD, auf den Mittelinseln Barrieren zu installieren, wird vom ADFC abgelehnt. Hier wird nur aus der Sicht der Autofahrenden gedacht. Solche Umfahrsperren behindern Radfahrende, aber auch Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen.

Es gibt bessere und sicherere Lösungen, um Radfahrende und Autofahrende unfallfrei über die Kreuzungen zu führen.

Dazu sind aus Sicht des ADFC folgende Maßnahmen geeignet:

  • Auf der Akkoallee/Rottstraße gibt es an jeder Kreuzung mindestens je drei Richtungsfahrbahnen, zwei geradeaus und eine Linksabbiegerspur. Die rechte Spur könnte in eine Rechtsabbiegespur umgewandelt werden und eine eigene Signalisierung bekommen. Rechtsabbieger hätten Rot, wenn Geradeausfahrer – auch geradeaus fahrende Radler – Grün haben. Damit wären die Verkehrsströme getrennt und die Unfallgefahr gebannt. Im gleichen Zuge kann die „Bettelampel“ für Radfahrer und Fußgänger – also die Notwendigkeit, einen Schalter zu betätigen, um Grün zu bekommen, abgeschaltet werden.
     
  • Eine Änderung der Ampelschaltung an den Autobahnauf- und abfahrten würde die Situation, die auch aus der Sicht des ADFC sehr unbefriedigend ist, lösen können. Hier sind Abbiegespuren bereits vorhanden. Der ADFC fordert hier eine gemeinsame Grünphase für den auf- und abfahrenden Autoverkehr, bei gleichzeitiger Rotphase für Radfahrende. Sobald der Geradeausverkehr auf der Akkoallee „grün“ bekäme, hätten abbiegende KFZ „rot“, die Radfahrenden „grün“. Dieser Vorschlag ist bereits einmal diskutiert und von der Verkehrskommission abgelehnt worden. Warum? Weil einige rechtsabbiegende Autos länger warten müssten. Nimmt man dafür lieber die Gefährdung von Schulkindern in Kauf?
     
  • Eine Kennzeichnung der Radwege durch Farbgebung ähnlich in der Innenstadt am Wallring würde die Aufmerksamkeit erhöhen und hilft Unfälle zu vermeiden.

Mit der ausschließlichen Betrachtung des Verkehrs aus der Sicht von Autofahrenden muss endlich Schluss sein. Die Forderung, das Rad zum gleichberechtigten Verkehrsmittel zu machen und den Anteil des Radverkehrs bis 2030 auf 25 % zu steigern, kann sonst nicht umgesetzt werden. Der ADFC Recklinghausen begrüßt daher die Bereitschaft der Stadtverwaltung, nach gemeinsamen Lösungen zur Verbesserung der Nahmobilität und zur Umsetzung der Verkehrswende zu suchen. In diesem Sinne wird es auch kurzfristig einen gemeinsamen Ortstermin von Ordnungsamt und ADFC an der Akkoallee geben.

Peter Brautmeier
Thomas Aehlig

 

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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