ADFC-Fahrradklima-Test 2020 - Recklinghausen wieder mit mäßigen Noten

 

Der ADFC Recklinghausen ist stolz auf die große Zahl der Teilnehmenden beim aktuellen ADFC Fahrradklimatest. 366 Recklinghäuser*innen haben im Herbst 2020 an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

 

Mängeltour
Westerholter Weg / Westring; beidseitiger Radweg: zu schmal und zugewachsen! © Thomas Aehlig

Das war gegenüber 2018 eine Steigerung um 280 %! Das Ergebnis ist weniger befriedigend. Leider schaffte es Recklinghausen erneut nur auf Platz 19 von 41 der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größenordnung (100.000 bis 200.00 Einwohner).  

Unzufrieden sind Recklinghausens Radfahrer*innen vor allem mit den Oberflächen der Radwege, dem fehlenden Winterdienst auf Radwegen und der Führung an Baustellen. Aber auch die Breite der Radwege, Ampelschaltungen für Radfahrer, Reinigung der Radwege und vor allem die fehlende Falschparkerkontrolle auf Radwegen wurden stark bemängelt.

Lichtblicke gab es bei geöffneten Einbahnstraßen in Gegenrichtung, Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der Wegweisung für Radfahrer*innen.

Der ADFC Recklinghausen fordert deshalb erneut den beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes. Hierfür muss die Stadt schnell die beiden Stellen für Radverkehrsplanung besetzen, die zurzeit ausgeschrieben sind. Außerdem erwartet der ADFC, dass das Ordnungsamt Recklinghausen seiner Pflicht zur konsequenten Überwachung und Ahndung des Parkens auf Radwegen und Bürgersteigen nachkommt. Peter Brautmeier, Ortsgruppensprecher des ADFC Recklinghausen sagt dazu: „Falschparker zwingen Radfahrer immer wieder, in den fließenden Verkehr auszuweichen. Das führt zu akuten Unfallgefahren. Darum muss die Stadt hier konsequenter durchgreifen.“

Thomas Aehlig, der zweite Ortsgruppensprecher ergänzt: „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das in Recklinghausen allzu oft nicht der Fall: 75 Prozent der an der Befragung in Recklinghausen teilgenommen Personen fühlen sich beim Radfahren nicht sicher.“

Im Durchschnitt geben die Recklinghäuser*innen nur die Note ausreichend für die Fahrradfreundlichkeit. Nahezu die Hälfte (48%) der Befragten sagt, Radfahren bedeute in der Stadt Stress.

Der örtliche ADFC erkennt aber durchaus an, dass sich die Verwaltung in den letzten zwölf Monaten bewegt hat. Die Einstellung eines Beauftragten für die Nahmobilität zählen Peter Brautmeier und Thomas Aehlig genauso dazu, wie die bevorstehende Einrichtung von zwei Stellen für die Radverkehrsplanung. Außerdem wurden mit der Errichtung zusätzlicher Fahrradstellplätze und der Widmung von Fahrradstraßen schon Schritte in die richtige Richtung getan.

Die Recklinghäuser ADFC-Vertreter kritisieren aber auch die Mutlosigkeit mancher Kommunalpolitiker. „Natürlich wird es immer Proteste geben, wenn Autofahrern Parkraum weggenommen wird oder eine Fahrradstraße die allzu flotten Fahrer ausbremst, aber die Politik muss sehen, dass nicht immer der Recht hat, der am lautesten schreit.“

 


https://vestrecklinghausen.adfc.de/neuigkeit/adfc-fahrradklima-test-2020-recklinghausen-wieder-mit-maessigen-noten

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

    weiterlesen

  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

    weiterlesen

Ich möchte dabei sein!

Bleiben Sie in Kontakt